2 Mamas auf dem Weg zur Regenbogenfamilie


Dinkel Taliban
Montag, 28.April 2008, 21:53
Gespeichert unter: Die Welt da draußen, Ich, Internetfundstück, Kinder, Regenbogenfamilien, blabla

Den Artikel von vergangenen Sonntag habe ich heute in der Schweizer Sonntagszeitung entdeckt und vom Tenor passt es so gut und perfekt zum Spielplatzbesuch von Bärbel. Es ist sozusagen die Steigerung davon. :D

Diese Spezies Hardcore-Öko-Extremisten-Mama ist mir bisher nicht untergekommen, aber ich bin guter Hoffnung, das sich das mit eigenem Ableger spätestens ändern wird. ;)

Eco-Moms wollen das Beste für ihr Kind und sorgen für nachhaltige Unlust

von Martina Bortolani

Mit den Guetsli kam an diesem strahlenden Nachmittag auf einem Spielplatz in der Stadt Zürich die Wende. Während Susann ihr Baby mit einem vermantschten Apfel fütterte, Carla ein Tupperware mit Bio-Vollkorn-Reiswaffeln aus dem Shopper zupfte und ihren beiden Söhnen je eine in die Hand drückte, zog Bettina für ihre knapp zweijährige Tochter eine Packung Basler Leckerli aus dem Rucksack.

Da standen plötzlich sechs Knirpse um sie herum und streckten die Hände hin, wie Bettelkinder in Kalkutta. «Für meine beiden auf keinen Fall», sagte Carla rabiat und verzog angewidert das Gesicht. «Du gibst deinen Kindern Zucker? In dem Alter?», fragte Susann vorwurfsvoll, fast schon hysterisch, und wischte mit einer Baumwollwindel über den Mund ihres Babys.

Bettina schaute irritiert auf die vielen Kinder vor sich, auf die schimpfenden Mütter neben sich und auf den ungeöffneten Guetslisack auf ihrem Schoss, den sie am liebsten sofort wieder eingesteckt hätte. Sie fühlte sich schlecht. Irgendwie ertappt. Und kam sich vor, als hätte sie den Kindern gerade Haschisch angeboten. Das jedenfalls signalisierten die Mienen der anderen Mütter ? ein Mix aus Verachtung, Abscheu und Ausgrenzung. Denn diesen Spielplatz hatten die Dinkel-Taliban fest im Griff! Da war kein Platz für Zucker-Verräter und Sorglos-Ernährer. Weiterlesen.

Und Bärbel, hast Du wenigstens auch immer eine Tupperschachtel mit linksgedrehten und rechtsgeschleuderten frei laufenden glücklichen Dinkelkeksen auf dem Spielplatz dabei? ;) Wo Du Dich schon nicht zu den anderen Mamis zum tratschen auf die Bank setzt. :)


6 Kommentare bis jetzt
Einen Kommentar schreiben

Das wird ja immer besser. Es gibt da so eine milde, doch sehr abgeschwächte Form davon in der Krabbelgruppe. Das habe ich immer nur second-hand mitbekommen, weil ich ja leider, leider arbeiten muss und nicht dabei sein kann. Wie schade. Und ja, wir gehen mit dem Kind auch zu Mc Donald’s wenn uns danach ist. Und ja, er bekommt auch Schokolade. Ich finde das enorm übertrieben und würde da wohl in aller Seelenruhe, mein ungesundes Futter verteilen und so einen Kommentar loslassen wie: An irgendwas muss ich ja sterben, schließlich will ich nicht ewig leben oder so. Auf dem Spielplatz ist mir sowas noch nicht untergekommen, aber da ich da eh nur am Wochenende bin, sind die wohl alle im Wald zum Nüsse sammeln und den Waldboden anbeten. ;-)

Kommentar von Bärbel

:-)
Super!!! Dinkel-Taliban ist mein neues Lieblingswort.
Klar will man seinen Knirps gesund ernähren, aber ich habe vor kurzem mit einer Bekannten aus dem Reitstall gesprochen, die im März ihr drittes Kind bekommen hat und was sie mir erzählte, was sie alles nicht essen, bzw. vorallem sie als stillende Mutter nicht isst, hat mir die Haare zu Berge stehen lassen! Kein Weizen und Produkte aus Weizen für die ganze Familie, kein Zucker, für Mama keine Zwiebeln und nichts was auch nur im Ansatz Blähungsverdächtig sein könnte… Ich würde sterben wenn wir uns so ernähren würden!

Und da wir nicht auf alles verzichten wollen, können wir dem Kleinen später wohl auch nicht immer nur geschmacklose Reiswaffeln anbieten!

Kommentar von Freya

Na, zwischen dem bestimmte Nahrungsmittel in der Stillzeit meiden weils beim Baby einen Paviana.rsch ;) und Blähungen macht und der Extremistenfraktion (garnix essen was Spass macht), ist doch noch ein himmelweiter Unterschied.

Kein Weizen hat oft einen Grund, vielleicht Zöliakie in der Familie? :(

Kommentar von schokojule

Nein, keine Zöliakie, das kenn ich und weiß um die ernährungsbedingten Schwierigkeiten. Da muß man außerdem auf wesentlich mehr als Weizen verzichten…

Es gibt übrigens keinen Beweis, dass unsere Ernährung Einfluß auf die Blähungen bei gestillten Kindern hätte!!! Glaubst Du in Ländern in denen viele Hülsenfrüchte oder Kohl gegessen wird, verzichten die Frauen Monate lang auf die Hauptnahrungsmittel nur damit die Kinder keine Blähungen haben? Möglicherweise liegen die Blähungen an dem unreifen Magen-Darm-Trakt des Neugeborenen und daran, dass Muttermilch im Magen schäumt und so Luft in den Darm gelangt. Ach ja und beim Schreien wird auch viel Luft geschluckt, Blähungen können also x Ursachen haben.

Ich wollte mit meinem post auch nur zum Ausdruck bringen, dass man nur weil man ein Kind bekommt, nicht seine ganze ERnhrung umstellen mu, wenn man vorher nicht schon so gegessen hat und es wahrscheinlich für das kind sogar besser ist, wenn es eine Abwechslungsreiche Kost, und damit meine ich auch mal nicht nur gesundes Gemüse und Dinkel bekommt und sein Geschmacksspektrum erweitern kann.

Kommentar von Freya

Da stimme ich Dir uneingeschränkt zu. es war ja auch nur als Beispiel angeführt für die nicht Extremisten-Fraktion.
Außerdem habe bei einer Bekannten gesehen wie man mäkelige Kinder hochzieht. Die ersten knapp 3 Jahre nur solches linksgedrehtes glückliche Zeuchs angeboten bzw. verabreicht ;) , Kind ist heute essenstechnisch sooo kompliziert, mittlerweile dürfte bzw. soll er mehr essen und machts es nicht. Die Eltern haben das gesunde Pappzeuchs mittlerweile über. :P

Kommentar von schokojule

Ich hätt da auch mal was anzumerken: Unser 3jährigen Sohn kann soviel und sooft Süßigkeiten essen wie er will. Denn da liegt einiges im Küchenschrank auf seiner Höhe. Schokolade, Kekse, Gummibärchen, Brause. Immer erreichbar. Und immer erlaubt. Und nun ratet mal was: das Zeug bleibt liegen! Wochenlang. Völlig uninteressant für ihn. Wenn er einmal in der Woche fragt, ob er naschen darf, dann ist das schon viel. Dann steckt er sich einen Lolli in den Mund und sagt nach zwei Minuten: “Mag nicht mehr.” Er verweigert zum Beispiel bei Oma die angebotene Kinderschokolade.

Andere Kinder, deren Eltern immer alles verbieten, fallen über Süßes her wie die Verhungernden. Unseren Sohn interessiert das nicht. Und ob ihrs glaubt oder nicht, er zieht rohe Möhren, Äpfel und sein Lieblingsobst Himbeeren vor. Liebe Mamas von Süßigkeitenjunkies, versuchts doch mal mit dem Immer-Erlaubt-Trick. Nach ein paar Wochen hemmungslosem Schlemmens werden eure Kleinen von selbst abwinken. Ich schwörs euch. Liebe Grüße!!!!

Kommentar von thoresmama




Einen Kommentar schreiben
Zeilen- und Absatzumbrüche automatisch, E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt, HTML-Tags zulässig: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <pre> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>